Nahverkehrskonzept: Mitfahrbänke in Grafing

Eile mit Weile und teile die Meile

 

Nicht eilen- einfach auf Bänken verweilen
und gemeinsam die Meilen teilen.
Fehlt Dir ein Auto für's entlegene Ziel,
bist Du in Grafing jetzt dennoch mobil.
Setz' dich auf's Bankerl und fahr einfach mit,
so sparen wir Autos, Stellplätze und Sprit.

                                            Beate Eckert (Projektpatin MFB)

 

 

 

Sonnenbrillen sind zwar schick, schneller klappt's mit klarem Blick

Beate Eckert

Wie klappt „Fahr mit“?
In vielen Fahrzeugen sitzt nur der Fahrer. Damit wird ein tonnenschweres Gefährt bewegt, das Energie verbraucht, die Umwelt verschmutzt, Lärm verursacht, bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu Staus beiträgt und nur eine Person von A nach B bringt.
Daneben gibt es Menschen, die kein eigenes Auto (mehr) besitzen oder deren Mobilität eingeschränkt ist. Viele Kurzstrecken sind oft für ältere Mitbürger eine Herausforderung, wenn sie nicht mehr so gut zu Fuß sind. Manche Menschen entscheiden sich bewusst gegen ein eigenes Auto, haben jedoch nicht stets die Möglichkeit, eines über den Autoteiler zu buchen. Auch der öffentliche Nahverkehr deckt weder in zeitlicher noch in räumlicher Hinsicht alle individuellen Mobilitätsbedürfnisse ab.
Mittlerweile gibt es Mitfahrbänke auch in anderen Städten. Wenn in Grafing und Umgebung so viele Mitfahrbänke aufgestellt werden, dass ein Mitfahrnetz entsteht, kann der Individualverkehr verringert und die Mobilität und somit die Lebensqualität der Bürger erhöht werden.
Es können sich an Mitfahrbankstandorten spontane Mitfahrgelegenheiten ergeben, aber auch vermehrt Fahrgemeinschaften gebildet werden. Und wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, wartet einfach, bis ein bekanntes Gesicht auftaucht und teilt dies anhaltenden Autofahrern freundlich mit.
 

Bilder vom Mitfahrtag (Näheres im MFB-Veranstaltungs-Archiv). Für größere Darstellung ins Bild klicken.

Foto: Karl Obermayr

Probesitzen auf der ersten Grafinger Mitfahrbank: Dr. Swantje Schlederer, Fritz Lietsch und Bürgermeisterin Angelika Obermayr nehmen erwartungsfroh auf der Mitfahrbank Platz. Sie wollen ohne eigenen PKW nach Grafing fahren und halten Ausschau nach einem Autofahrer, der sie mitnimmt. Das Richtungsschild steckt vorgefertigt in der Lehne der Bank, und dort kommt es auch wieder hin, wenn die passende Mitfahrgelegenheit gefunden ist.

S-Bahnhof Grafing Stadt: am 1.12.2017 fand bei Kuchen und Tee die feierliche Einweihung der ersten Mitfahrbank mit Bürgern, Politikern, Sponsoren und Initiatoren statt.

20 Wunschplätze für Mitfahrbänke wurden in Grafing schon ausfindig gemacht, und damit ist noch lange nicht ganz Grafing abgedeckt.

 

Damit die Mitfahrbänke einen spürbaren Unterschied machen, braucht es ein engmaschiges Netz von Bänken. Dann werden die Bürger diese Mobilitätssteigerung annehmen, und besonders für Senioren kann das zu deutlich mehr Lebensqualität beitragen. Gerne werden sie sich auf die Bänke setzen und von vorbeikommenden Autofahrern zum gewünschten Ziel  mitnehmen lassen.

Erst setzen, dann losfahren
SZ_171202_Mitfahrbank.pdf
PDF-Dokument [248.0 KB]

Die Energieagentur Ebersberg hat Mitfahrbänke zum Projekt des Monats November 2017 erklärt:

http://www.energiewende-ebersberg.de/News/1000/Fahr_einfach_mit.html

 

Bevor man einsteigt oder jemanden mitnimmt, sollte man natürlich darauf achten, ob man ein gutes Gefühl bei seinem Gegenüber hat.

Da auch öfters die Frage nach dem Versicherungsschutz auftaucht, haben wir hierzu diesen Link gefunden:

http://www.broker-test.de/versicherungen/versicherer-news/huk-coburg-mitfahrbaenke-die-neue-art-des-trampens-40472/

 

Sinnvoll erscheint es auch, die Nutzung von Mitfahrbänken erst Personen ab 18 Jahren zu erlauben und eine Mitfahrfibel zu erstellen. https://www.weser-kurier.de/region/wuemme-zeitung_artikel,-per-mitfahrbank-zu-strassenbahn-und-zug-_arid,1618029.html