Erfahrungsberichte

Schon 3 mal hat es geklappt,
dass ich am S-Bahnhof Grafing Stadt stand, die S-Bahn ausfiel und ich kurzerhand auf die Mitfahrbank wechselte. Da nahm ich das Schild „Grafing Bhf“ in die Hand und es dauerte jedes Mal keine 5 Minuten und ich wurde mitgenommen und erreichte genau die S-Bahn am Grafing Bhf mit der ich fahren wollte. 
Wenn das keine Erfolgsgeschichte der Mitfahrbänke ist. 

Michaela Müller

Mitfahrbankerl-Aktionstag 28.7.2018

 

Aus Sicht des Fahrers:

 

Ich hab das „Klappt“-Wapperl aufgeklebt;
Ich nehme gerne Wartende mit;
Ich freue mich auf eine kurze, nette Unterhaltung;
Ich finde es sinnvoll und teile die Meile mit Weile!

 

Aus Sicht des Trampers:

 

Uii! Nach 38 Jahren wieder einmal trampen!
Ich setze mich auf das Bankerl und halte das Zielschild vor mich hin.
Nach einer Minute hält ein Auto, die Mutter steigt aus und rutscht auf die Rückbank zwischen ihre beiden Kinder. Ich setze mich neben den Papa und schon geht`s los. Bis Grafing haben wir die neuesten Nachrichten ausgetauscht. Danke! Ich steige aus und bin am Ziel: Marktplatz.
Eigentlich bin ich ja schon a bisserl alt fürs Trampen, aber warum nicht? Nach bisserl Umschauen setze ich mich wieder auf ein Bankerl, halte ein Schild hoch und ein Auto hält. Ein junges Pärchen; die Frau erzählt, dass sie schon immer jemanden, der/die auf einer Mitfahrbank sitzt, mitnehmen wollte. Wir plaudern bis Glonn. Die Fahrt ist kurzweilig. Ich steige aus, danke und sitze im Cafe Marktblick, genieße stressfrei.  
Danach gehe ich zur nächsten Bank, die leider keine Schilder hat und weit von der Straße steht. Ich improvisiere mit Finger und Mitfahrbank-Flyer. Viele Münchner kommen vorbei, aber halten nicht. Nach einer Viertelstunde hält ein Ehepaar aus Aßling. Ich steige ein, und das Gespräch beginnt ungezwungen. Wir haben gemeinsame Bekannte und könnten noch länger -, aber der Kirchplatz ist da, und ich steige aus. Dort gibt es ein Eis; das genieße ich unter der uralten Linde. Danach schlendere ich zur nächsten Mitfahrbank. Hier gibt es schön angemalte Wegweiser aus Holz. Das macht ja richtig Spaß! Nach fünf Minuten hält ein VW-Bus. Ich rutsche zu Mutter und Tochter auf die Dreierbank. Ein nettes Gespräch mit sehr viel Lachen! Am Marktplatz Grafing müssen wir uns leider trennen.
Resümee: Ich glaube, wenn ich mich einmal einsam fühle setze ich mich auf eine Mitfahrbank! Das nächste Ziel: „Cafe West“

Klaus G.

Eben hier- gleich schon fort
Auf und davon - das klappt in Grafing!
Es klapp(er)t die Bank am laufenden Band
See, Café, Eisdiele - Heißer Tag, willkommene Ziele

Ein Tag unterwegs mit Nutzung der Grafinger Mitfahrbänke.


Meine erste Fahrt ab einer Grafinger Mitfahrbank in Begleitung meines Mannes war eine ‚Jungfernfahrt‘ in doppelter Hinsicht. G.und W. hatten gerade ihren nigelnagelneuen Kleinwagen vom Händler abgeholt, Tachostand 51km. Ein würdiger ‚Einstieg‘ für unsere Premiere! Große Herzlichkeit und Anerkennung für unser Mitfahr-Projekt schlugen uns - gepaart mit unverkennbarem Neuwagenduft - entgegen. Ruck-Zuck waren wir klimatisiert und wohlbehalten an unserem Ziel, dem Glonner Marktplatz. Hier gab’s einen Espresso und Erfahrungsaustausch mit dem Mitfahrtestfahrer Klaus. Für die Rückfahrt nach Grafing begaben wir uns in Richtung Ortsausgang. Unterwegs machten wir die Bekanntschaft eines Herrn, der ebenfalls nach Grafing wollte. Wir warteten keine 2 Minuten, da hielt ein freundlicher Autofahrer  und brachte uns alle drei (!) auf einmal nach Grafing zurück. Es ist heiß - jetzt ein Eis? Auf nach Assling in die Diele, eins der nächsten Ziele… Dieses Mal mit einer Freundin auf die Bank, Asslingschild in die Hand und schon sind wir dort. Eis schleckend genießen wir den Sommertag. Die folgende Etappe beginnt auf der komfortablen Asslinger Mitfahrbank mit hölzernem Dach und liebevoll gestalteten Richtungsschildern. Wir sitzen kaum, da hält eine ältere Dame. Schon eingestiegen in der wohlklimatisierten Karosse bemerkt die freundliche Dame plötzlich, sie führe gar nicht nach Grafing. Wir begleiten sie dennoch gerne über Jakobneuharting, ihren Hund abgeben, weiter nach Ebersberg. Bei angeregter Unterhaltung verfliegt die Zeit im Nu. Vom Kapser Berg zurück nach Grafing, hier (noch) ohne Mitfahrbank, geht’s dann ganz unbeabsichtigt, per Taxi weiter. „Ich habe gerade eine Leerfahrt. Steigt gerne ein. Ich finde die Mitfahrbänke toll!" so der freundliche Taxiunternehmer. So belebt Konkurrenz das Geschäft. Jedes Privatauto das eingespart und irgendwann auch abgeschafft werden kann, liefert letztendlich zuverlässig Kunden für Bus, Bahn und Taxi. Damit’s zwischendurch auch klappt stehen nun die Mitfahrbänke parat. Dann in der nachmittäglichen Sommerhitze habe ich nur noch einen Gedanken: „STEINSEE!!!“ Dieses essentielle Fahrtziel schreibe ich mir selbst und versuche mein Glück ohne Bank am Ortsausgang Richtung Grafing Bahnhof. Der Marktplatz ist seit mittags für den Durchgangsverkehr gesperrt. Jetzt, ohne Mitfahrbank und ‚offiziellem‘ Richtungsziel-Schild am Straßenrand brauche ich schon etwas mehr Überwindung. Dennoch hält bald ein junger Mann und bietet mir den Chauffeurdienst an. Nach kurzer Fahrt und angeregter Unterhaltung, auch hier große Anerkennung für unser Projekt, laufe ich beschwingt durch den schattigen Wald, dem kühlenden Nass entgegen. Erfrischt vom ausgiebigen Schwimmgenuß, werde ich kurz vor Moosach von einer freundlichen Dame aus Pfaffing mitgenommen und direkt bis vor meine Haustüre in der Griesstraße gebracht. Steinsee hin und zurück incl.3 Bojen schwimmen, in weniger als 2 Std., das ist Rekord! So geht mein Mitfahr-Test-Tag zu Ende. Mag sein, es lag am Wetter, irgendwie hab ich Urlaubsfeeling. Einfach los ziehen, ohne Zündschlüssel, Fahrplantabellen, Zeitdruck und siehe da - jedes Ziel erreicht, viel erlebt und nette Gespräche geführt. Mitfahrbänke machen das (Bewegen im) Leben leichter.                    

Beate Eckert